Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig

   -Pressestimmen-


 
 
 

 


Es stand im: 

 8. Oktober 1999

Tausend Pfeifen suchen Paten

Orgel-Förderverein St. Marien Rachtig hofft auf Unterstützung
Von unserem Mitarbeiter GERHARD W. KLUTH

ZELTINGEN-RACHTIG. Rund 600000 Mark kostet die Renovierung der Balthasar-König-Orgel in Rachtig. Der Förderverein hofft, mit Patenschaften seinem Ziel näher zu kommen. 

Kunstwerke zu besitzen, zumal wenn sie auch noch historischen Wert haben, ist nicht nur ein Vorzug, sondern auch eine Verpflichtung. Sie müssen unterhalten, gepflegt und für die Nachwelt erhalten werden. 
Der Orgel-Förderverein St. Marien in Rachtig hat sich eines solchen Kunstwerks angenommen, der König-Orgel in der Pfarrkirche. Eine gewaltige Aufgabe, denn die finanzielle Latte, die übersprungen werden muss, um das Ziel zu erreichen, liegt bei 600000 Mark. Das wirft natürlich die Frage auf, warum ein Instrument so teuer sein muss. Allein das Herstellen eines Registers, das ist eine Pfeifenreihe zu 56 Pfeifen, schlägt schon mit 45 Arbeitsstunden zu Buche. Das benötigte Material und die Arbeitszeit, um die Pfeifen klanglich auf den Kirchenraum einzurichten, kommen noch hinzu. Die Pfeifen sind aber nur ein, wenn auch wichtiger, Bestandteil der Orgel. 


Organist Josef Thiesen spielt auf der Balthasar-König-Orgel in der Pfarrkirche St Marien, für die Paten gesucht werden.
Foto: Klaus Kimmling

Bleibt die Frage, was die Rachtiger Orgel so besonders macht, dass ein solcher Aulwand gerechtfertigt wird. Die Orgelbauer König waren im 18. Jahrhundert die bedeutendsten Vertreter ihrer Zunft in der Eifel und am Niederrhein. Ihre Instrumente stellen ein wichtiges Bindeglied dar zwischen der Hunsrücker Orgelbau-Dynastie Stumm, die sich stilistisch schon nach Süddeutschland orientierte und dem niederländischen Orgelbau, der sich nach Norddeutschland ausrichtete. Neben der Schlosskirche in Schleiden und der Kloster-Kirche Steinfeld, beide in der Eifel gelegen, ist das größte und bedeutendste Instrument der Königs in der Stevenskerk in Nimwegen / Niederlande zu finden. 
Die Rachtiger Orgel dürfte wahrscheinlich die südlichste Vertreterin der Königs sein. 
Der Vorsitzende des Fördervereins, Egon Kappes und sein Stellvertreter, der Kirchenmusiker Josef Thiesen, haben sich nun etwas Besonderes einfallen lassen, um auf diesem langen Weg schneller voran zu kommen. Sie suchen Paten für die Orgel. Das Prinzip dieser Patenschaften ist einfach und einleuchtend. 
 


Jeder Käufer erhält eine Urkunde

Wichtiger Ansatzpunkt ist, dass die Orgel ja nicht dem Förderverein, dem Kirchenmusiker oder dem Pfarrer gehört, sondern der gesamten Kirchengemeinde. 
So wie eine Pfarrgemeinde sich aus vielen Mitgliedern zusammensetzt, so besteht auch eine Orgel aus vielen Einzelteilen. Allein die Anzahl der Pfeifen geht in die Tausende. Nun hat man in Rachtig die Möglichkeit, konkret Einzelteile der Orgel zu kaufen. 
Der Käufer verpflichtet sich, dieses Teil der Pfarrei zu schenken und erhält dafür eine Urkunde, in der sein Geschenk, seine Patenschaft dokumentiert wird.  Außerdem werden alle Patenschaften in einem Buch festgehalten, das in der Orgel bei ihrer Fertigstellung hinterlegt wird. So wird man auch in Zukunft nachlesen können, wer welches Teil der Orgel bezahlt hat. Dem Paten wird so eine Identifizierung mit den Orgeleinzelteilen, der Gemeinde mit ihrer Orgel ermöglicht. 
Man kann dem Förderverein nur wünschen, dass er viele Paten findet, damit er sein Kind bald aus der Taufe heben kann und ein Stern am Kulturhimmel der Mosel in alter neuer Pracht leuchtet. 

© Copyright 1999 Trierischer Volksfreund
 


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Datum der letzten Überarbeitung: 31.03.2000