Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 
   -Pressestimmen-


 

Es stand im:

27. September 1999
Orgel ruft bei jedem Ton um Hilfe
Blechbläser-Ensemble unterstützt Renovierungspläne

Von unserem Mitarbeiter Gerhard W. Kluth

ZELTINGEN-RACHTIG. Das Quartett des mittelrheinischen Blechbläser-Ensembles und der Organist Josef Thiesen haben mit ihrem ansprechenden Konzert die Rachtiger Orgel ihrer notwendigen Renovierung ein Stück näher gebracht.

Die Einnahmen des Abends werden dem Orgelförderverein zur Verfügung gestellt. Das Bläserquartett, bestehend aus Thomas Maur und Csaba Gaspar (beide Trompete), Jun Daniltchenko (Posaune) und Hermann Lehan (Bassposaune), präsentierte sich mit Werken aus vier Jahrhunderten als ein überaus gut aufeinander eingespieltes Team.
Sei es die Canzona ,,Alta Trinita Beata" eines anonymen Meisters aus dem 15. Jahrhunderts, der Choral "Jesu, meine Freude" von Johann Sebastian Bach oder ein Rondeau von Jean-Joseph Mouret, der im 18. Jahrhundert lebte, überall zeigten sich die vier Bläser in Intonation und Musikalität von ihrer besten Seite.
Es war zu spüren, dass ihnen das Musizieren Spaß machte. Sie haben nicht nur der Orgel von St. Marien einen guten Dienst erwiesen, sondern an der Mosel eine Visitenkarte hinterlassen, die man nicht unbeachtet weg legen sollte. Den schwersten Part des Abends hatte Josef Thiesen, der Organist der Marienkirche übernommen. Schon oft hatte er Gelegenheit, sich als fähiger Organist zu präsentieren. Der geübte Hörer konnte auch erkennen, dass Thiesens musikalischen Fähigkeiten dem Quartett in nichts nachstanden, jedoch ist die Orgel nicht mehr in der Lage, dem künstlerischen Willen des Organisten zu folgen.
Viel mehr entsteht der Eindruck, dass Instrument rufe bei fast jedem Ton um Hilfe. Schon im ersten Werk des Abends, dem ,,Alta Trinita Beata", wurde dies deutlich. Während der erste Vers, nur von den Bläsern gespielt, strahlend und sauber, gleich einer festlichen Intrada erklang, wirkte der zweite Vers, nun von der Orgel, kläglich. Es war deutlich zu hören, dass die Intonation der Orgel unter der Schwindsüchtigkeit der Windversorgung zu leiden hatte. Auch J. G. Walthers Choral-Bearbeitung über ,,Was Gott tut, das ist wohl getan" oder das Andante in D von Felix Mendelssohn Bartholdy ließen das erkennen.
Thiesen versuchte, und das ist jede Anerkennung wert, dem Publikum das Beste zu bieten, was auf diesem Instrument noch möglich ist. Dabei, dass darf man nicht verschweigen, zeigte sich gelegentlich, dass diese Orgel Klänge erzeugen kann, die als schön bezeichnet werden können. Es wäre schade, wenn diese guten Anteile auch noch verloren gingen, nur weil das Ziel der Renovierung nicht schnell genug erreicht werden kann.
Es war ein Konzert, bei dem alle Beteiligten, auch die Orgel, ihr bestes gegeben haben. Über 150 Zuhörer dankten es mit viel Beifall.

 
© Copyright 1999 Trierischer Volksfreund


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Datum der letzten Überarbeitung: 31.03.2000