Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 
 -Pressestimmen-


Es stand im:

15. September 1999
Koenig besucht ein König-Werk

Ahnenforschung treibt Ehepaar in die Rachtiger Marienkirche

Von unserer Mitarbeiterin
DIANA UNKELHÄUSSER

ZELTINGEN- RACHTIG. Balthasar König, ein Urahn von Helmut Koenig, hat die Orgel gebaut, die seit 1739 in der Kirche steht und umfassend renoviert werden soll.

Ingeborg und Helmuth Koenig halten ein Foto der Familiengrabstätte in Westfalen in den Händen.
Auf dem Grabstein, der darauf zu sehen ist, stehen sehr viele Namen. ,,Hinter jedem Namen ist ein ganzen Leben gewesen und wir wissen nichts".
Mit dieser Erkenntnis von Ingeborg Koenig begann das Ehepaar vor sieben Jahren mit der Ahnenforschung. Heute wissen sie einiges mehr über ihre Vorfahren.
Viele Zufälle haben ihnen hierbei weitergeholfen. ,,Wie oft habe ich von den beiden gehört, dass sie nicht mehr weiterkämen und die Nachforschungen beenden würden", erzählt die Freundin von Sohn Werner, die das Paar auf der Reise begleitete. Und immer wieder seien neue Informationen dazugekommen; so auch im vergangenen Jahr.

Auf dem Weg zu einem Konzert

Über einen Freund, der in Rachtig Urlaub gemacht hatte, haben Ingeborg und Helmuth Koenig von der Existenz der vom  Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvaters von Helmuth Koenig erbauten Orgel in der Pfarrkirche St. Marien erfahren. Eine Fahrt zu einem Orgelkonzert nach Niederehe nutzten sie, um sich die Orgel einmal persönlich anzusehen.
Im 18. Jahrhundert wurde sie vom Münstereifeler Orgelbauer Balthasar König, dem damals renommiertesten katholischen Vertreter des rheinischen Orgelbaus, gebaut. Ihren Platz in der Kirche in Rachtig fand sie im Jahre 1739. Sowohl die Vorfahren als auch die Nachkommen von Balthasar König waren Orgelbauer. Beendet wurde diese Dynastie erst mit Napoleon. Der französische Herrscher sorgte auch dafür, dass sich die Schreibweise des Familiennamens änderte.
Der Ur-Ur-Großvater von Helmuth Koenig, Adolph König, heiratete unter der Herrschaft Napoleon 1808 in Westfalen und schrieb seinen Namen fortan nicht mehr mit ,,ö" sondern mit ,,oe", denn die Franzosen kennen kein "ö".
Helmuth König hat mit dem Orgelbau-Handwerk nichts zu tun. Er ist Kaufmann, wie sein Vater, Großvater und Ur-Großvater auch. Durch seine Ahnenforschung sind er und seine Frau jedoch mittlerweile auf dem besten Weg, richtige Orgelkenner zu werden. Gespannt lauschen sie dem Orgelspiel von Josef Thiesen, der sein Handwerk versteht - dennoch, alle Fehler kann er nicht überspielen, immer wieder fehlen Töne. Die Orgel sei von ihrer technischen und musikalischen Konzeption einfach unzureichend und die Alterungserscheinungen  hätten mittlerweile einen beträchtlichen Umfang angenommen,  erklärt Thiesen dem Ehepaar.
Aus diesem Grund wurde vor vier Jahren in Rachtig ein Orgel-Förderverein gegründet. Die Orgel hat 1739 gerade Mal 750 Thaler gekostet. Für die Restaurierung wird eine halbe Million Mark benötigt. Ein Drittel der Summe haben die Rachtiger bereits zusammengespart.
Über Mitgliedsbeiträge, die Beteiligung am Straßenfest und ähnlichen Veranstaltungen oder den Verkauf von König-Orgel-Wein versuchen die Mitglieder um den Vorsitzenden des Vereins, Egon Kappes, Geld in die Kasse zu bekommen. Auch Spenden gehen ein, erzählt Kappes.
Mit einem kurzen Seitenblick zu seiner Frau greift auch Helmuth Koenig zum Geldbeutel, um seinen Beitrag zu leisten, damit die Koenig-Orgel irgendwann so klingt, dass auch in der Marienkirche in Rachtig kulturelle und kirchenmusikalische Veranstaltungen stattfinden können - so, wie auf der König-Orgel in Niederehe, dem eigentlichen Ziel der Reise von Koenig und seiner Familie.

 

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Datum der letzten Überarbeitung: 31.03.2000