Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 

-Pressestimmen- 


 

Es stand im: 

 24. November 1998

Orgeltöne nur vom Band

Informationsabend zum 
"Projekt 2000 - Neue Orgel in historischem Gewand"

Von unserer Mitarbeiterin MARITA BLAHAK



ZELTINGEN-RACHTIG. So etwas hatten die Rachtiger schon lange nicht mehr gehört. Klangschöne Orgelmusik erfüllte die Kirche St. Marien, als sich ein kleiner Kreis Interessierter zum Informationsabend ,,Projekt 2000 - Neue Orgel im historischen Gewand" im Got teshaus einfand. 
Doch die wohlklingenden Orgeltöne kamen nicht von der Empore, sondern vom Band: Orgelmusik gespielt auf der Balthasar-König Orgel in Niederehe. 
,,So wird sich unser neues Kircheninstrument auch einmal anhören versprach Egon Kappes, in der Hoffnung, daß der Orgelneubau in absehbarer Zeit verwirklicht werde. ,,Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt", dachten sich auch die Gründer des Rachtiger Orgel-Fördervereins, der vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde und der die Finanzierung ermöglichen will ,,Die Orgel ist das einzige Instrument, das den vielfältigen Aufgaben einer abwechslungsreichen Kirchenmusik  gerecht  werden kann", hob Organist Josef Thiesen die Bedeutung dieses gewaltigen Instrumentes hervor und gab einen interessanten Einblick in die Geschichte des ,,Orgelinstrumentes", das schon Alexander der Große auf seinen Kriegszügen mit sich führte und mit ihrem lauten Klang seine Feinde in die Flucht schlug. 
Heute ist die Orgel das führende Instrument der Kirchenmusik und als Begleit- und Konzertinstrument nicht mehr wegzudenken. 

Die Rachtiger Pfarrkirche erhielt ihre erste Orgel im Jahre 1739, gestiftet vom damaligen Pfarrer Johann Peter Glesius, einem Deutschordeusritter. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt das Instrument vom renommierten Orgelbauer Balthasar König, in dessen Werkliste der Ortsname ,,Rechtig" an der Mosel auftauchte. ,,Nach dem Neubau des Kirchenschiffes ab 1906 wurde auch eine neue Orgel unter Verwendung der oben genannten Teile erbaut, die aber in ihrer mangelhaften Konstruktion mit seiner wertvollen Vorgängerin nur wenig gemein hat", führte Thiesen auf der Empore akustisch und optisch vor, wo die Probleme des Instrumentes liegen. Die derzeit vorhandene pneumatische Traktur (Verbindung zwischen Tasten und Spielventilen) arbeitet unpräzise und reagiert träge, die Orgel hinkt vor allem bei schnellem Spiel stets hinterher. In den sogenannten ,,Membranladen" sorgen lederne Ventile dafür, daß nach dem Willen des Organisten die richtigen Pfeifen mit ,,Wind" (Luft) versorgt werden. Der größte Teil des Leders ist 85 Jahre alt und abgenutzt - die Undichtigkeiten führen zum Versagen der entsprechenden Töne oder aber unkontrolliert mitpfeifenden Tönen. 
Die gesamte Anlage der Orgel entspricht nicht dem, was man sich unter einem künstlerisch wertvollen Musikinstrument vorstellt. Nur wenige Pfeifen stammen noch aus der ehemaligen Orgel von 1739, von den neuen sind 90 Prozent aus schlechtklingendem Zinkblech gefertigt, wichtige Register fehlen ganz. ,,Die Orgel ist derzeit allerhöchstens noch als Begleitinstrument ohne jeglichen Anspruch auf Klangschönheit zu gebrauchen", erläuterte Thiesen, daß die Defizite im technischen und klanglichen Bereich nicht mehr durch eine Reparatur auf Dauer zu beheben sind. Ein Neubau unter Verwendung der noch brauchbaren Teile sei notwendig. 
Die Kosten für ein solches Projekt liegen bei rund einer halben Million Mark. 135 000 Mark kamen durch Aktivitäten des Fördervereins und durch Spenden bereits zusammen. Jederzeit willkommen sind neue Mitglieder - bei einem jährlichen Mindestbetrag von 60 Mark - und großzügige Spender. Anfragen beantwortet der Vorsitzende Egon Kappes, Kehlenbachstraße 7, 54492 Zeltingen-Rachtig, Telefon 06532/2351. 

© Copyright 1998 Trierischer Volksfreund
 


Zurück zum Seitenanfang
Zurück zu Pressestimmen
Zurück zur Homepage
Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig

eMail an: HHStein@web.de
Datum der letzten Überarbeitung: 03.04.2000