Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

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Eifel-Kultur

vom: 13.02.2007

Eine Hommage an musikalische Entgleisungen

Lachen erlaubt: Josef Thiesen gestaltet ein karnevalistisches Orgelkonzert in Zeltingen-Rachtig

ZELTINGEN-RACHTIG. (gkl) Schmunzeln und Lachen waren in der Pfarrkirche St. Marien in Zeltingen-Rachtig angesagt, als Josef Thiesen dort ein Orgelkonzert zum Karneval gestaltete. Tusch und Kanonendonner prägten das Konzert der etwas anderen Art.

Darf man in der Kirche lachen? Darf man dort fröhlich sein und auch ein wenig ausgelassen? Die Antwort: Man darf! Zumal, wenn der Höhepunkt der so genannten fünften Jahreszeit, des Karnevals, ansteht. Dass es Möglichkeiten gibt, auch auf musikalischem Wege dem Humor Platz einzuräumen, bewies Josef Thiesen, Kirchenmusiker aus Bernkastel-Kues, an der Orgel der St. Marienkirche in Zeltingen-Rachtig. Überschrieben hatte er sein Konzert mit dem Titel „Mit Nachtigall und Donnerbalken" - wobei alle zweideutigen Assoziationen beim Begriff Donnerbalken beiseite zu legen waren. Thiesen hatte ein nicht ganz ernst zu nehmendes Programm zusammen gestellt, das beim Publikum für so manche Erheiterung sorgte. Mittelpunkt war dabei „Die durch ein Donnerwetter unterbrochene Hirtenwonne" von Justin Heinrich Knecht.

Ein karnevalistisches Orgelkonzert gestaltete Josef Thiesen in der Pfarrkirche St. Marien in Zeltingen-Rachtig. Trotz karnevalistischer Kleidung nahm er sein Spiel sehr ernst. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Ausführlich beschreibt der Komponist hierbei eine friedliche Hirtenidylle, die durch ein schweres Unwetter unterbrochen wird. Hier kam auch der „Donnerbalken" zum Einsatz - ein Holzbalken, der es Thiesen ermöglichte, etliche Pedaltasten gleichzeitig zu betätigen, wodurch äußerst realistisch mächtige Donnerschläge durch das Kirchenschiff rollten. Neben James Hewitts Sonate über den amerikanischen Unabhängigkeitstag „The Fourth of July" hatte Thiesen an den Anfang das Final, Opus 21, von Cesar Franck gestellt. Nicht wenige Musikwissenschaftler betrachten dieses technisch anspruchsvolle Werk musikalisch als recht flach. Im Rachtiger Kontext allerdings schien es mit seiner immer wiederkehrenden Aufwärtsquart fast schon wie eine Hommage an den Tusch, der in keiner Kappensitzung fehlen darf. Den Abschluss bildeten die „Variations on America" von Charles Ives, ebenfalls eine Hommage, hier an so manche musikalische Entgleisung orgelspielender Klavierlehrerinnen in der guten alten Zeit.

Humor ist eine ernste Angelegenheit. Hier muss man Thiesen alle Komplimente machen, denn seine spieltechnischen Leistungen verliehen der Musik die nötige Leichtigkeit, die den Erfolg beim Publikum sicherte. Unterstützt wurde er von den vielseitigen klanglichen Möglichkeiten, die ihm von der Orgel geboten wurden. Das nächste Orgelkonzert wird ernsthafter werden. Am 11. März um 17 Uhr gedenken die Rachtiger dem vor einem Jahr verstorbenen Kathedralorganisten Carlo Hommel, dessen plötzlicher Tod einen Konzerttermin vereitelte. Der Mönchengladbacher Kirchenmusiker und enge Freund Hommels, Reinhold Richter, wird spielen. wil/bre


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Datum der letzten Überarbeitung: 17.06.2007