Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

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Es stand im:

Mittelmosel
KULTURSOMMER

vom: 20.09.2006

Glänzende Stimmen

Orgelfestwochen machten in Zeltingen-Rachtig Station

Von unserem Mitarbeiter GERHARD W. KLUTH

ZELTINGEN-RACHTIG. Die Internationalen Orgelfestwochen des Kultursommers Rheinland-Pfalz sind ein hochkarätiges Festival, das sich mit der vielfältigen Or­gellandschaft der Region befasst. Erstmals war es jetzt auch in Rachtig zu Gast, sicherlich nicht das letzte Mal.

Wenn man in seinen Garten einen Obstbaum pflanzt, tut man das, um Früchte zu ernten. Natürlich braucht ein Baum dazu auch Pflege, man muss sich um ihn kümmern. Eine ähnliche Erfahrung macht auch die kirchliche und kommunale Gemeinde Zeltingen-Rachtig. Ihr Baum ist die neue Orgel, die in der Pfarrkirche St. Marien gebaut worden ist. Die Investitionen für dieses Instrument, aufgebracht nicht zuletzt auch von einem sehr aktiven Förderverein, zahlen sich immer mehr aus. Jetzt hat auch der Kultursommer Rheinland-Pfalz mit seinen internationalen Orgelfestwochen entdeckt, welch ein musikalisches Juwel hier platziert wurde.

Musikalische Reise durch das barocke Europa

In Kooperation mit dem Verein und den Mosel Festwochen war der Kultursommer erstmals in der Pfarrei zu Gast, lud zu einer musikalischen Rundreise durch das barocke Süd- und Westeuropa. Als Solist kam gleich der künstlerische Leiter des Festivals, der Wormser Domorganist Dan Zerfass und zeigte dem Publikum in der sehr gut besuchten Kirche die Weimbsorgel von einer Seite, die man so bei ihr bisher noch nicht kennen gelernt hatte. Zerfass ging es nicht um das Vordergründige, um das Laute, mit dem man die Orgel nicht selten in Verbindung bringt. Er suchte und fand die vielen klanglichen Facetten, die hinter der natürlich auch vorhandenen mächtigen Klangfassade stecken, sie erst möglich machen. So suchte man in seinem Programm vergebens nach einem der berühmten großen Orgelwerke, die oftmals den Mittelpunkt eines Konzertes bilden.

Zeigte ganz neue klangliche Seiten der Orgel in Zeltingen-Rachtig. Der Wormser Domorganist Dan Zerfass.                         Foto: Gerhard W. Kluth

Zerfass befasste sich mit einer Anzahl von barocken Komponisten, die zu Unrecht oft als Kleinmeister bezeichnet werden, denen man sich auf konzertanter Ebene nicht gerne zuwendet oder wenn, dann ihre Werke als Füllmaterial zwischen den „großen Brocken" verwendet. Etwa dem Engländer Henry Purcell und seinem „Voluntary" in d-Moll, dem Portugiesen Pedro de Araújo oder Belgier Peeter Cornet. Die Orgel dankte es Zerfass in vielfacher Hinsicht. Da leuchtete in Georg Muffats „Toccata undecima" eine wunderschöne Traversflöte als Solostimme, in Cornets Fantasie im vierten Ton glänzten die Prinzipale, bei Juan Cabanilles „Tiento de Batalla" schmetterte die Trompete und man fühlte sich tatsächlich nach Spanien versetzt. Zum Tragen kam auch die historische Stimmung, die den einzelnen Tonarten ihr charakteristisches Klangbild gibt, mal strahlend rein, mal sich spannungsvoll reibend. Aber es gab noch mehr zu entdecken von dem, was die Orgelbauer in dieses nicht große, aber vielseitige Instrument hineingegeben haben. Die nach historischen Vorbildern angelegte Windversorgung konnte ihre ganzen Stärken ausspielen, den Klang wirklich atmen und leben lassen. Das konnte man nicht nur bei Jean-Francois Dandrieus Magnificat erleben und beim Concerto d-Moll von Antonio Vivaldi, das Johann Sebastian Bach als BWV 596 für die Orgel einrichtete.

Ein Konzert zum Wohlfühlen

Bei allen qualitativen Vorzügen des Instrumentes konnte dies natürlich nur gelingen, weil am Spieltisch ein exzellenter Organist Platz genommen hatte, der sich in der barocken Klangwelt bestens auskennt und dem technisch das Umsetzen der Anforderungen keine Mühe macht. Es war ein Konzert zum Wohlfühlen. Für die Orgel mit einem ihr auf den Leib geschneiderten Programm, für den Organisten, wie er nach dem Konzert selber sagte, und für das Publikum, wie der sehr lange und begeisterte Applaus belegte. Konzerte dieser Art sind es, die den Orgelstandort Rachtig als etwas Besonderes bekannt machen, Besucher anlocken und auch für die Region reiche Früchte bringen.

noj/swl


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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig
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Datum der letzten Überarbeitung: 22.09.2006