Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 
   -Pressestimmen-


Es stand im:

Kultur vor Ort

Meisterwerke des Orgelbaus

Förderverein hatte zur Wanderfahrt eingeladen

 

ZELTINGEN-RACHTIG. (red) Oft ertönen sie nur im Verborgenen, die klangvollen, königlichen Instrumente in den dörflichen Kirchen. Ein reizvolles Erlebnis war es, im Rahmen der Moselfestwochen vier herausragende Orgelunikate in ihrer Klangvielfalt zu hören.

Im kleinen Eifeldorf Wollmerath wurde die wundervoll restaurierte Balthasar-König-Orgel gespielt, die zwischen 1700 und 1750 erbaut wurde. Sie besticht durch ihre frische, etwas deftige Intonation, die auch einen größeren Raum problem los füllen könnte. Die Orgel überzeugt außerdem durch eine angenehme Spieltraktur, präzise und doch leichtgängig. Mit barocken Stücken aus Italien, England und Deutschland wurde sie vorgestellt, wobei die Stücke von Stanley und Zipoll fast wie eigens für dieses Instrument mit seinen vier Soloregistern geschrieben schienen. Lediglich das Choralvorspiel von Armsdorf litt etwas unter zwei stummen Pfeifen in der Trompete.

Weiter ging es nach Kaifenheim, wo die neue Weimbs-Orgel erklang, die 2001 eingeweiht wurde. Die mit nur 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal besetzte Orgel wirkt von unten betrachtet auf der riesigen Empore recht klein, kann aber den Zuhörer durch eine überraschende Klangfülle erfreuen. Trotz des prächtigen Gesamtklanges wirkt kein einziges Register forciert, laut oder schreiend, die Einzelstimmen sind überaus angenehm intoniert. Das barock besetzte Hauptwerk wurde mit Bachs a.moll-Fuge vorgestellt. Die gesamte klangliche Bandbreite der Orgel kam dann bei der achtsätzigen Militärsonate ,,The Fourth of July" von James Hewitt zur Geltung. Im ,,Mosel-Dom" in Karden erklang anschließend die prachtvolle Orgel von Johann Michael Stumm (1728). Ihr ist die schon dreißig Jahre zurück liegende Restaurierung und die häufige Nutzung anzumerken. Dennoch lässt das reichhaltig besetzte Werk klanglich fast keine Wünsche offen. Neben der zehnteiligen Partita von Pachelbel und einer Choralbearbeitung von Walther erklangen mit Präludium D-Dur von Buxtehude und der Es-Dur-Fuge von Bach zwei Werke mit denen vor allem die Plenumregistrierungen vorgestellt wurden. Zum Abschluss der Orgelwanderfahrt wurde im Weindorf Klotten eine pneumatische, romantische Orgelrarität (1909) des Orgelbauers Christian Gerhard aus Boppard zum Klingen gebracht. Die vielfältigen Registermischungen und die große dynamische Bandbreite der Orgel kamen bei Werken von Mendelssohn, Rheinberger, und Samt Saens hervorragend zur Geltung. Nur das Stück ,,Grand Choeur" von Gigout litt unter der sehr zögerlichen Ansprache der beiden Zungenstimmen, die aber vor Kraft nur so strotzten und dem Stück einen majestätischen Charakter verleihen konnten.

Vielseitig, farbig
und perfekt

Das Organistenehepaar Theresia und Josef Thiesen verstand es, durch geschickte Auswahl der Konzertstücke, den Zuhörern den individuellen Klang und Charakter der vier Instrumente nahe zu bringen. Dabei wurde die Wechselwirkung zwischen Akustik des jeweiligen Kirchenraums und dem Wesen der Kirchenorgeln zu einem erfreulich vielseitigen, farbigen und perfekten Klangerlebnis. Lang anhaltender Applaus war der Dank der Zuhörer an die beiden Kirchenmusiker.

Zur kleinen Erfrischung und Stärkung der Orgelfreunde, wurde im Schatten der idyllisch gelegenen Schwanenkirche ein Sektimbiss gereicht und mittags im Hotel ,,Zum Stiftstor" in Karden ein Menü serviert. Die Organisation der Fahrt lag in den Händen des Orgelfördervereins St. Martin Rachtig. Dieser bot im Anschluss an den klanglichen Genuß eine Wanderung zur Burg Pyrmont und zur Pyrmonter Mühle mit dem romantischen Elzbachwasserfall an. Bei der Rückfahrt wurde das Moselland als Burgenland mit überraschend vielen Burgruinen präsentiert.

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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig
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Datum der letzten Überarbeitung: 31.07.2002