Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 
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Es stand im:

Mittwoch, 26. September 2000

 

KONZERT

Faszinierend vom ersten Ton an

Sopranistin Klaartje van Veen brilliert – Orgel erscheint mangelhaft

Von unserem Mitarbeiter Gerhard W. Kluth

Musikalische Krönung des Konzertes: die junge Holländerin Klaartje van Veen.Foto: Gerhard W. Kluth Zeltingen-Rachtig. Der Orgel-Förderverein St. Marien hatte wieder zum Konzert eingeladen: Eine europäische Übersicht über die Kompositionskunst des Barock stand auf dem Programm.

Immer wieder erscheint der Orgel-Förderverein St. Marien in Rachtig mit Aktionen, die Beachtung verdienen. Insbesondere die Konzerte heben sich deutlich vom Durchschnitt ab.
Musikalische Krönung des Konzertes: die junge Holländerin Klaartje van Veen.Foto: Gerhard W. Kluth

Der Verein profitiert dabei von der Tatsache, dass nicht nur der Vorsitzende Egon Kappes sehr aktiv ist. Die Idee zum letzten Konzert kam vom Trompeter

und Vereinsmitglied Thomas Maur, der regelmäßig mit Kollegen Konzerte zu Gunsten der Orgel in Rachtig gibt. Das Besondere der Konzerte bezieht sich dabei nicht nur auf die Qualität sondern auch auf die Besetzungen, die er zusammenstellt.

In diesem Jahr brachte er die junge niederländische Sopranistin Klaartje van Veen, den Kontrabassisten Peter Seibeld und den Organisten Gisbert Wüst mit. Das Quartett hatte sich ein Programm zusammengestellt, das quer durch das barocke Europa führte. Den Anfang machte das Quartett mit dem Veni Consolator des Polnischen Komponisten Damian Stachowicz.

Über Deutschland (drei Lieder aus Johann Sebastian Bachs Schemelligesangbuch) und England (eine Arie aus Händels Oper Samson und Lieder von Henry Purcell) ging es nach Italien, das durch Arien von Alessandro Scarlatti vertreten war.

Außergewöhnlich, aber sehr gut überlegt, war die Besetzung des Kontrabasses. Peter Seibeld hatte eine Doppelfunktion zu erfüllen. Zum einen musste er die Continuostimme übernehmen, die normalerweise einem Violoncello zukommt. Zum anderen hatte er der Orgel die klangliche Basis im Bass zu liefern. Beides meisterte er vorzüglich mit einer ausgezeichneten Technik und einer in höchstem Maße sauberen Intonation.

Der Bendorfer Kirchenmusiker Gisbert Wüst spielte an einer klangschönen Truhenorgel des Eifeler Orgelbauers Hubert Fahsen, die der Förderverein für das Konzert geliehen hatte. Bauartbedingt fehlt diesem Instrument das sonst orgeltypische Bassfundament, das aber durch den Kontrabass in vollem Umfang ergänzt wurde. Thomas Maur präsentierte sich als brillanter Solist auf seiner Trompete. Technisch und stilistisch einwandfrei gestaltete er seinen Part sowohl in den Pianopassagen als auch an Stellen, an denen die volle Pracht seines Instruments gefordert war.

Die Krönung dieses Quartetts war zweifelsfrei die junge Holländerin van Veen. Vom ersten Ton an zeigte sie sich in einer faszinierenden Präsenz. Dabei wusste sie die volle Bandbreite ihrer Stimme einzusetzen. Angenehm weich und warm gestaltete sie die Schemelli-Lieder. Besonders in Händels Arie "Let the Bright Seraphim" wurde sie eine glänzende Duett-partnerin für die Trompete, ohne das ihre Stimme an Qualität einbüßte. Ihr steht mit Sicherheit noch eine große Karierre bevor.

Josef Thiesen interpretierte an der großen Orgel einige Zwischenspiele, die er der Romantik und der Moderne entnommen hatte. Das Thiesen ein Musiker mit großen Fähigkeiten ist, braucht man hier nicht mehr gesondert zu erwähnen.

Die Rachtiger Orgel jedoch erreicht langsam den Punkt, an dem es sehr ermüdend ist, ihr zuzuhören. Ihr technischer Zustand mag für den gottesdienstlichen Gebrauch gerade noch ausreichend sein, für ein Konzert aber ist er unzureichend. Daran kann auch ein versierter Kirchenmusiker nichts mehr ändern.

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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig
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Datum der letzten Überarbeitung: 26.09.2000