Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

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Es stand im:

Mittwoch, 09. August 2000

 

KONZERT

Ein viel versprechendes Talent 

Konzert mit jungem polnischen Geiger in der Marienkirche in Rachtig
Josef Thiesen begleitet auf der Orgel

Von unserem Mitarbeiter Gerhard W. Kluth
Großes musikalisches Verständnis: Der junge Geiger Piotr Szabat spielt in der Rachtiger Kirche zugunsten der Orgel.Foto: Gerhard W. Kluth

ZELTINGEN-RACHTIG.
Dem Geiger Piotr Szabat liegt die osteuropäische Musik im Blut. Obwohl er erst 15 Jahre alt ist, überzeugt er mit hervorragender Technik und einem großen musikalischen Verständnis.

Der Orgel-Förderverein St. Marien Rachtig hat viele Helfer, wenn es darum geht, das Projekt "Neue Orgel im historischen Gewand" voranzutreiben. Diesmal war es der polnische Geiger Piotr Szabat, der sein Können in den Dienst der guten Sache stellte.

Konzert für gebrechliche Orgel 

Die Teilnehmer der Orchester-Akademie der Mosel Festwochen bilden seit Jahren immer wieder einen ganz ausgezeichneten Klangkörper, der auf sehr hohem Niveau musiziert. Das war auch in diesem Jahr der Fall (der TV berichtete).

Wie ist es aber, wenn die Teilnehmer auf einmal ganz alleine vor dem Publikum stehen und ihr Können zeigen sollen?

Piotr Szabat, 15-jähriger Geiger aus Rzeszow in Polen, nahm in diesem Jahr zum dritten Mal an der Akademie Teil. Im letzten Jahr hatte er versprochen, für dieses Mal ein Programm vorzubereiten, mit dem er für die Orgel in Rachtig konzertieren wollte und er hielt Wort.

Mit dem Organisten von St. Marien Josef Thiesen präsentierte er Kompositionen, bei denen Johann Sebastian Bach ebenso wenig fehlte wie Niccolo Paganini. Josef Thiesen steuerte, dem Zustand der Orgel entsprechend, einige Solowerke bei, die ihm noch ausführbar erschienen.

Dass St. Marien mit Josef Thiesen einen fähigen Kirchenmusiker hat, ist allgemein bekannt. Aber auch er, der die Macken seines Instruments am besten kennt, ist nicht mehr in der Lage, so zu spielen, dass der Zuhörer die technischen Mängel der Orgel nicht bemerkt. Während das Choralvorspiel "Christe, der du bist Tag und Licht" von Bach und die Canzon I in d-moll von Hans Leo Hassler noch als annehmbar angesehen werden konnten, machte sich bei der Suite f-moll von Joseph Nicolaus Torner die Gebrechlichkeit der Orgel sehr deutlich bemerkbar.

Die einzelnen Töne sprachen bei dem Stück des Trier Domorganisten aus dem 17. Jahrhundert zu langsam an und wenn sie da waren, bemerkte man deutlich den Luftmangel, unter dem sie zu leiden hatten. Dadurch wurde der Genuss der Musik arg eingeschränkt, was man aber nicht dem Interpreten anlasten darf. Es war deshalb eine gute Entscheidung von Thiesen, mit Szabat ein Programm für Geige und Klavier zusammen zu stellen.

Szabat erwies sich als äußerst viel versprechendes Talent, in dem große Fähigkeiten schlummern. Deutlicher noch als bei den Werken mit Klavierbegleitung wurde dies bei den beiden Sätzen aus der dritten Partita für Violine Solo von Bach deutlich.

Wenn Szabat als Virtuose auch noch nicht ausgereift ist, zeigte sich doch, dass er über eine hervorragende Technik und ein großes musikalischen Verständnis verfügt.

Beachtliche Bandbreite 

Seine schon beachtliche Bandbreite in der Literatur zeigte sich im zweiten Satz des Violinkonzertes von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Auch hier, wie könnte es in dem jugendlichen Alter anders sein, präsentierte sich ein Künstler, der noch nicht fertig, aber auf sehr gutem Wege ist und dem eine viel versprechende Kariere offen steht.

Dass Szabat die osteuropäische Musik im Blut liegt, zeigte sich in den beiden letzten Kompositionen des Abends.

Sowohl in "Die Lerche" von Dinicu als auch in den "Kaprys Polski" der polnischen Komponistin Bacewicz fiel die Anspannung, die die "große Literatur" mit sich bringt, von ihm ab, wodurch er mit befreiter Virtuosität und sichtbarer Spielfreude sein Instrument handhabte. Man merkte deutlich, dass er in dieser Musik zuhause war.

© Copyright 2000 Trierischer Volksfreund


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Datum der letzten Überarbeitung: 11.08.2000