Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 
   -Pressestimmen-


 

Es stand im: 

PAULINUS

30. Mai 1999
Neue Orgel in historischem Gewand
"Erste Rachtiger Orgeltage"
veranstaltet vom Orgel-Förderverein der Moselgemeinde

EIN BILDBERICHT VON CHRISTEL KREIN

Glitzernd schlängelt sich die Mosel durch die frisch grünenden Weinberge, die Sonne vertreibt die letzten Wolken aus dem Flußtal und ein milder Wind trägt die fröhlichen Töne mehrerer Drehorgeln durch die romantischen Gäßchen des kleinen Winzerortes Rachtig.
Für die Orgelrenovierung in St. Marien in Rachtig ist der Erlös der Orgeltage bestimmt (großes Bild).

Die Pfarrkirche St. Marien in dem sehr schön gelegenen Moselort (rechts).

Unter dem Motto ,,Musik und Wein - lassen den Streß des Alltags vergessen"  hatte der Orgel-Förderverein Sankt Marien Rachtig e.V. vom 13. bis 16. Mai zu den ersten Rachtiger Orgeltagen eingeladen. Ein abwechslungsreiches Programm, das neben Festgottesdienst, Orgelkonzerten und Meditationen in der Pfarrkirche Sankt Marien auch vielfältige Attraktionen rund um das Kelterhaus der Eheleute Hans und Rosi Keller bot, lockte zahlreiche Besucher aus Rachtig und den umliegenden Ortschaften an.

Fördervereinsvorsitzender Egon Kappes weiß um die Renoviernngsbedürftigkeit der Orgel (rechts).

Insgesamt vier Orgelkonzerte fanden in der Rachtiger Marienkirche statt; Josef Thiesen, Karl Heinz Simon, Paul Kön und Theresia Thiesen, alles Kirchenmusiker, die in Rachtig und den umliegenden Pfarrgemeinden als Organisten tätig sind, gaben bei den gut besuchten Veranstaltungen Kostproben ihres Könnens.
Orgelkonzert mit Kirchenmusikerin Theresia Thiesen und einer Rachtiger Blockflötengruppe (unten).

Auch eine Gruppe junger Musiker der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich  und  mehrere Blockflöten-Ensembles wirkten bei den Veranstaltungen mit.
Die erste Orgel erhielt die Rachtiger Kirche im Jahr 1739. Sie wurde der Pfarrei vom damaligen Pfarrer Johann Peter Glesius, einem Deutschordenspriester, gestiftet. Über den Orgelbau selbst sind zwar keine Unterlagen vorhanden, mit großer Wahrscheinlichkeit stammt das Instrument aber von dem in katholischen Kreisen sehr gefragten Münstereifeler Orgelbauer Balthasar König, in dessen Werkliste der Ortsname Rachtig an der Mosel auftaucht. Von diesem Instrument sind noch das Gehäuse, der ganze Prospekt sowie der heutige Subbaß 16' erhalten. Nach dem Neubau des Kirchenschiffs (Grundsteinlegung 1906) erbaute die Trierer Orgelbaufirma Franzen unter Verwendung der obengenannten Teile ein neues Instrument, das heute trotz Reparaturen und kleineren Umbauten im wahrsten Sinne des Wortes ,,aus dem letzten Loch pfeift"'. Das Innenleben der Orgel ist durch altersbedingte Abnutzung und Umwelteinflüsse so stark in Mitleidenschaft gezogen, daß eine komplette Erneuerung unumgänglich ist. Schon 1995 ergriffen einige Rachtiger Bürger, unter ihnen der Kirchenmusiker Josef Thiesen und der einheimische Orgelbauer Paul Kön sowie weitere in der Region tätige Organisten die Initiative und gründeten einen Förderverein, um die notwendigen Finanzmittel zu erschließen. Als Fachleute erkannten sie, wie notwendig die Renovierung der äußerlich sehr schön gestalteten Orgel ist. ,,Projekt 2000- neue Orgel im historischen Gewand"  ist das Ziel, das der Verein mit viel Kreativität verfolgt.

Orgelkonzert und verkaufte alte Orgelpfeifen zugunsten des Fördervereins (oben).

,,Wir möchten den Umbau und die Erweiterung der Orgel unter Wiederverwendung brauchbarer Teile vorantreiben und damit die Kirchenmusik und andere kulturelle Vorhaben in unserer Pfarrei und der Moselregion fördern. Besonderen Wert legen wir auf die Zusammenarbeit mit Vereinen, Gruppierungen, Winzerbetrieben und der örtlichen Gastronomie. Die Orgeltage finden zum Beispiel im Rahmen der Veranstaltung "Tage der offenen Weinkeller" statt. Dieses Angebot lockt zahlreiche Weinfreunde von nah und fern in unseren Ort, wir profitieren von dem großen Zulauf, bieten aber auch mit unseren Konzerten und Veranstaltungen ansprechende Programmpunkte für Einheimische und Touristen.

Für den Benefiz-Flohmarkt der Orgeltage hatten Rachtiger Bürger allerlei bereitgestellt.
 
 

"Jede Mark für unsere Orgel bringt neue Töne in die Kirche", betont Egon Kappes, der Vorsitzende des Vereins. Die Kosten für die Renovierung des Instruments werden auf 500 000 Mark geschätzt. Durch Mitgliederbeiträge, Spenden und aus dem Erlös verschiedener Veranstaltungen kamen bisher 150 000 Mark auf das Spendenkonto. Daß es dabei nicht nur um Geldspenden geht, sondern immer wieder neue Ideen erforderlich sind, um die Notwendigkeit der Maßnahme zu verdeutlichen und auch Kritiker zu überzeugen, ist den Orgelförderern ein wichtiges Anliegen.
So lädt der Verein zu Fahrten ein, bei denen Orgeln in Kirchen und Klöstern erkundet, Erläuterungen zur Orgeltechnik und Kurzkonzerte präsentiert werden. Anläßlich des Patronatsfestes der Pfarrei am 8. Dezember werden ,,weinkulturelle Angebote" organisiert, die mit ihren musikalischen Darbietungen und der Vorstellung des neuen Weinjahrgangs mittlerweile einen festen Platz im Jahresprogramm haben. Auch der ,,Rachtiger Advent" - eine erholsame Feierstunde in der Hektik der Vorweihnachtszeit - findet immer wieder großen Zuspruch, genauso wie andere Konzert- und Musikveranstaltungen.

,,Ein wichtiger Aspekt in unserer Vereinstätigkeit ist die Einbindung der Dorfgemeinschaft. So wollen wir erreichen, daß unser Anliegen von immer mehr Leuten mitgetragen und gefördert wird", erläutert Egon Kappes die Zielsetzung.

Marionettenspielerin Margarethe ließ zur Freude der Kinder die Puppen tanzen

Daß die Rachtiger mit ihren Aktionen Mark für Mark der neuen Orgel ein Stück näher kommen, dafür sorgten die Orgeltage mit ihrem bunten Programm. Für vier Tage war das nahe der Pfarrkirche gelegene Kelterhaus der Familie Keller Treffpunkt für Gäste und Besucher. Kulinarische Köstlichkeiten aus der Winzerküche lockten genauso wie der eigens abgefüllte Orgelwein. In der Hofeinfahrt wurde ein Flohmarkt präsentiert, bestückt mit allerlei Kuriositäten aus vergangenen Tagen, die die Rachtiger Bürger auf Speichern und in Kellern ausgekramt hatten. Und wie es sich für einen richtigen Trödelstand gehört, gab es Drehorgelmusik und Marionettentheater und jede Menge fröhliche Jahrmarktstimmung rund um den Kirchturm.
 


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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig
eMail an: HHStein@web.de
Datum der letzten Überarbeitung: 31.03.2000