Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 

- Pressestimmen -


Es stand in: 



Ausgabe 22/2000

Wein und Musik - Sinfonie der Sinne

Kultur im Kelterhaus vom 01. - 04. Juni 2000

mit dem Orgel-Förderverein St. Marien Rachtig, Zeltingen-Rachtig

Christi Himmelfahrt, 01. Juni
Die für den 01. - 04. Juni ursprünglich angekündigten 2. Rachtiger Orgeltage können wegen der zur Zeit durchgeführten Baumaßnahmen und der damit notwendigen Schließung des Gotteshauses leider nicht stattfinden. Aus diesem Grunde war das Programm zu ändern und wird nun unter dem Leitgedanken ,,Kultur im Kelterhaus mit Wein und Musik" in Verbindung mit den Tagen der offenen Weinkeller der Rachtiger Winzer präsentiert.

An Christ Himmelfahrt wird das Winzerfest mit einer Vorstellung der ,,Pfalzgrafen Parforce Hornbläser" aus Ludwigshafen beim festlichen Gottesdienst in dem zur Notkirche umfunktionierten Pfarrheims auf dem Pfarrhof eröffnet. Die musikalische Darbietung auf historischen Naturhörnern ist die Originalfassung der Hubertusmesse-Komposition von Jul. Cantin und Marc Antoinc Marquis de Dampierre (1750), ergänzt vom musikalischen Leiter der Gruppe Hermann Resch.

Anschließend folgt ein Frühschoppenkonzert am Kelterhaus Hans Keller in der Marienstraße. Die Pfalzgrafen wirken bei der offiziellen Eröffnung der Tage der offenen Weinkeller am Kirchplatz um 17.00 Uhr mit und konzertieren um 19.00 Uhr mit ihrem klassischen Repertoire zu ,,Hörnerklang im Kelterhaus" für die Erneuerung der König-Orgel in der Pfarrkirche St. Marien Rachtig.

Die Pfalzgrafen Parforce Hornbläser fanden sich Anfang der 80er Jahre zusammen, zunächst als Quartett, später als Sextett und 1993 vergrößerte sich die Gruppe auf acht Bläser. Die harmonische Musik fand schnell Aufnahme bei Jägern und Freunden und führte zu Auftritten, Konzerten und Hornmessen im Raum Ludwigshafen, Frankenthal, Kaiserslautern, Kusel, im Odenwald, Braunschweig, Bamberg, Ingolstadt und anderen Orten. So wirkten die Gründungsmitglieder bei der Gestaltung der Hubertusmessen im Kaiserdom zu Speyer mit und waren bei internationalen Empfängen von Bundeskanzler Helmut Kohl in Ludwigshafen, Bonn und Paris aktiv mit dabei. Die aus dem anfänglichen Zusammenspiel von vier Hörnern - je eines für eine Stimme - entwickelte sich ein besonderes Gespür für die Wirkung einer wechselnden Dynamik und Tonintensität, ist auch bei der inzwischen gestiegenen Mitgliederzahl des Ensembles noch immer das hervorstechende Merkmal der Interpretationen.

Das Parforce Horn wurde um 1750 von Marquis Marc Antuine de Dampierre, Hofkapellmeister am Hofe Ludwigs XV., Paris entwickelt und war ursprünglich ein Verständigungsinstrument bei der Parforce-Jagd, - Hetzjagd mit einer großen Hundemeute (50 - 100 Hunde), die zu Pferd durchgeführt wurde.

Es war damals und auch später in Frankreich und Belgien Brauchtum, die Jagd am Huhertustag mit einer Messe zu beginnen, in der Hymnen und Choräle mehrstimmig mit dem Horn vorgetragen wurden. Das Parforce Horn ist seit 1870 in ES gestimmt und lederumwickelt. Dadurch wird ein noch weicherer und konzertanter Ton erreicht.

Große Musikkomponisten, wie Rossini, Haydn, Leopold Mozart, Telemann, Karl Maria von Weber u. a. bedienten sich dieses Instruments. Das Horn hat einen Durchmesser von 40-50 cm, und ist aufgewickelt ca. 3,5 m lang, es hat keine Ventile, jedoch einen Tonumfang von 17 Tönen, die mit der Lippe geformt werden. Die Bläser sind überwiegend Laienmusiker, fast alle Jäger, die gern zu jagdlichen und konzertanten Anlässen zur Freude des Publikums auftreten. So auch an Christi Himmelfahrt in Rachtig. Wolfgang Kappes, gebürtiger Rachtiger, Betriebsleiter bei der Carstens-Haefelin Kellereien GmbH in Böchingen wird der Sektkellerei Schloss Wachenheim in der Pfalz als Initiator, möchte auf diese Weise seiner früheren Heimat eine Referenz zugunsten des Orgelprojektes erweisen. Eine lobenswerte Initiative.

Freitag 2. Juni
,,Probier, ob du noch hüpfen kannst" heißt der neue Gedichtsband von Cilli Kehsler aus Pünderich, die am Freitag zu ,,Kultur im Kelterhaus" aus ihren Werken liest. Die Autorin schreibt Heiteres und Besinnliches, sie beschreibt in ihren Gedichten und Erzählungen, die großen und die kleinen, die spektakulären und alltäglichen Dinge, die die Welt und die Menschen bewegen, nicht mit dem moralischen Zeigefinger sondern in einer heiteren Sprache, die aber zum Nachdenken anregt. Cilli Kehsler, als ,,tiefverwurzeltes Moselkind", kennt alle Arbeiten im Weinberg, Keller und bei der Vermarktung von Jugend an, singt seit 50 Jahren im Kirchenchor Pünderich und ist dessen Vorsitzende. Sie ist Mitglied des Steinbach Ensembles, Baden-Baden und eine gern gehörte Autorin, ihre Werke wurden in den letzten Jahren in über 20 Rundfunksendungen zitiert.

Den musikalischen Part an diesem Abend übernimmt Josef Thiesen am Cembalo. Wer kennt ihn nicht, den Kirchenmusiker, Organist von Sankt Michael in Bernkastel und Monzelfeld, Leiter mehrerer Kirchenchöre und Gesangvereine, u.a. Dirigent des Männerchores des ,,Chorgesang Cäcilia Rachtig" und Kreischorleiter des Sängerkreises Bernkastel-Wittlich mit großen Konzerterfolgen. Beim Chorleiterchor des Sängerbundes Rheinland-Pfalz ist er als Orgel- und Klavierbegleiter eine wichtige Stütze. Nebenberuflich zeigt er sich heimatverbunden als Winzer und als Mitbegründer und stellv. Vorsitzender des Orgel-Fördervereins St. Marien Rachtig. Er freut sich mit dem Vorstand über jeden Fortschritt bei der Finanzierung, damit in einigen Jahren das gesteckte Ziel einer grundlegenden Erneuerung der wertvollen Balthasar-König Orgel in der Marienkirche erreicht wird.

Samstag 3. Juni
Beschwingte Werke der Klassik stellt das Flötentrio der Kreismusikschule, das in der Besetzung mit Denise Plätrich, Kerstin Hennen und Angela Schuster seit 1996 besteht, vor. Das Repertoire reicht von Barock bis Moderne. Das Flötentrio tritt bei verschiedenen Anlässen, in Konzerten, Vernissagen, Geburtstags- und Jubiläumsfeiern auf. Es war auch schon im ,,Offenen Kanal" Wittlich zu sehen und wirkt bei der Einspielung der zweiten CD der Kreismusikschule mit. Das Trio wurde ausgebildet und wird weiter betreut durch Gerda Koppelkamm-Martini, die als Musikpädagogin und Querflöten - Lehrerin auch als Solistin eine rege Konzerttätigkeit entwickelt. So ist die Kreismusikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich eine wichtige Institution für den musikalischen Nachwuchs in unserer Region. Zur Zeit werden 1600 Schülerinnen von 54 Lehrkräften unterrichtet. Das Angebot reicht von der musikalischen Grundausbildung über Instrumental- und Gesangsunterricht bis zum Orchestermusizieren. Besondere Bedeutung kommt der Förderung des Ensemblespiels zu. Neben dem Schwerpunkt der klassischen Musikausbildung werden in jüngster Zeit auch der Popularbereich mit dem Ensemble ,,Modern Strings"' der Rock Band, einer Jazz Combo und speziellen Angeboten für Musikvereine ausgebaut. Zielsetzung ist die musikalische Laienbildung, die Begabtenfindung und die vorberufliche Fachausbildung. Die Kreismusikschule bietet den musikalisch interessierten und begabten Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters nicht nur eine hervorragende organisatorische und musisch-künstlerische Kompetenz an, der Besuch ist auch in den Kosten erschwinglich, denn die Gebühren gehören zu den günstigen in Rheinland-Pfalz.

Bei Klassik im Kelterhaus ab 19,00 Uhr, bei Wein und Musik - Sinfonie der Sinne erklingen Werke von J.J.Quantz. J.B. de Boirmortiers, W.A.Mozart, G.H. Köhler, B. Porta, L. Gianella und S. Joblin. Ein klassischer, musikalischer Hochgenuss. Wir freuen uns darauf.

Sonntag 4. Juni
Bernd Föhr ist beruflich als Schreiner tätig, aber nebenberuflich mit vielen Gesangsqualitäten ausgestattet. Er nimmt Unterricht in Gesang und wirkt im Kammerchor ,,Projekt Vokal" Bernkastel und als Bass im Männerchor des ,,Chorgesangs Cäcilia" seiner Heimatgemeinde mit. Viele Jahre spielte er die Hauptrolle des Rachtiger ,,Franz" in der ,,Zeltinger Himmelreich Moseloperette". Als Solist hat er sich in letzter Zeit besonders auf die Musik im Stile der 20 und 30er Jahre und die Chansons von Max Rabe, vom bekannten Berliner Palastorchester, spezialisiert. Er wird im Nostalgischen mit Josef Thiesen am Klavier für erfrischende Heiterkeit sorgen. Und Jazz im Wechsel mit Thomas Bracht am Klavier, das ist ein weiterer Ohrenschmaus. Thomas Bracht erhielt seine erste Ausbildung an der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich in den Fächern Schlagzeug und Klavier. Er war Mitglied des Landesjazzorchesters des Saarlandes. Anschließend studierte er Klavier und Komposition am Konservatorium in Luxemburg und erhielt Privatunterricht bei dem Pianisten John Taylor. Thomas Bracht hat bereit mehrere Studioaufnahmen im Bereich Jazz, Pop und Filmmusik eingespielt und ist Bandleader, Komponist und Arrangeur der überregional bekannten Jazz-Rockformation ,,engelsQ". Seit 1999 kehrte er wieder als Lehrkraft für die Fächer Keybord und Piano an seine erste Ausbildungsstätte, die Kreismusikschule, zurück.


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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig

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Datum der letzten Überarbeitung: 05.06.2000