Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 

- Pressestimmen -


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Ausgabe 24 / 2005

Orgelwanderfahrt 2005 im Rahmen
des Musikfestivals "Moselfestwochen"

Orgelschätze an der Mosel

Eine sehr beliebte Veranstaltung des Musikfestivals "Moselfestwochen" ist die alljährliche Orgel-Wanderfahrt. Mit zwei Reisebussen machten sich über 80 Teilnehmer auf den Weg zu verborgenen Schätzen, die in gepflegten, ländlichen Kirchen an der Mosel auf Liebhaber des Orgelklangs warten.

Bei einer Wanderung über die Moselhöhen nach Enkirch, als Auftakt und Muntermacher, wurden die Lebensgeister der Orgel-Fans durch faszinierende Landschaftsbilder geweckt.

Der Fachwerkort Enkirch, mit Recht „Schatzkästlein des Fachwerkbaus" genannt, birgt in seinen Mauern wahre Schätze, die die munteren Wanderer mit offenen Augen und Ohren in sich aufnehmen konnten. Die uralte Pfarrkirche erhebt sich auf einem natürlichen Plateau und scheint der wehrhafte Wächter und Hüter des sehenswerten Dorfes zu sein. Zu ihren inneren Werten zählen die drei gewichtigen Glocken, farbenfrohe Kirchenfenster und natürlich die wertvolle historische Orgel der Gebrüder Stumm von 1755. Ein sehr beachtenswertes Werk der berühmten Orgelbauwerkstatt. Schon damals galt die Enkircher Orgel als „eine der schönsten dieser Gegend".

Bestätigt wurde diese Aussage im Laufe der gekonnten Präsentation des Instruments durch das Organistenehepaar Theresia und Josef Thiesen, so dass die Konzertbesucher zu dem Schluss gelangen konnten: „Stimmt! Sie ist eine der schönsten!" Der anschließende Sektumtrunk am Moselstrand von Enkirch bewirkte dann ein weiteres Stimmungshoch.

Als zweite „Herzensbrecherin" für Orgel-Liebhaber präsentierte das Organisten-Duo die Orgel der Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" in dem Bilderbuch-Dorf Pünderich, das von der landschaftsprägenden "Marienburg" überrragt wird. Auch dieses Instrument ein beeindruckendes Werk der Gebrüder Stumm aus den Jahren 1813 bis 1815. Die Orgel wurde zwar mehrfach verändert und dem "Zeitgeschmack" angepasst, konnte aber schließlich im Jahre 1977 durch die Orgelbaufirma Oberlinger restauriert und auf den möglichst originalgetreuen Zustand der Stumm-Orgel von 1815 zurückgeführt werden.

Aller guten Dinge sind drei. Die dritte "Schöne" stammt ebenfalls von den Stumms. Sie wird dem Gründer und Vater der Orgelbaudynastie Johann-Michael Stumm (1683 - 1747) zugeschrieben und hat seit dem Jahre 1730 ihren Platz in der evangelischen Peterskirche in Traben.

Sie konnte sich in ihrer würdigen Umgebung sehr gut in Szene setzen und die lauschenden Zuhörer umgarnen, als mit flinken Fingern und Füßen das Organistenpaar sie zum Klingen brachte.

Die ehrwürdige Peterskirche, in der sie seit 276 Jahren steht, blickt selbst auf eine über tausendjährige Vergangenheit zurück, jedoch ohne verstaubt zu wirken. Ihre Mauern, die farbenfrohen Fenster, die freundliche Innenraumgestaltung, die angenehme Akustik, geben der Orgel und dem Kirchenbesucher einen sympathischen Rahmen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, das ist bekannt. Dafür sorgten die originellen Kellerlokale „Storcke Stütz" und „Alte Stadtmühle" in Trarbach in wirklich gekonnter Weise.

Als gelungener Kontrapunkt gestaltete sich ein Glockenkonzert mit dem neuen 24-stimmigen Glockenspiel am historischen Stadtturm. Geschickt präsentierte der Initiator Georg Bauer wohlbekannte, volkstümliche Melodien. Die zahlreichen Zuhörer klinkten sich bald ein und sangen zum Klang der Glocken fröhlich mit. Mit einem Personenschiff ging es moselaufwärts Richtung „Himmelreich". Das Weindorf Zeltingen-Rachtig mit seiner Weinlage „Himmelreich" und seiner Mosel-Operette „Zeltinger Himmelreich" ist seit langem bei Wein- und Operettenfreunden ein gern besuchtes Ziel.

Künftig werden auch alle Orgelfreunde in Rachtig in der renovierten Marienkirche ihr musikalisches „Himmelreich" finden können. Die alte/neue König/Weimbs-Orgel von 1739/2005 wurde am 6. März 2005 feierlich eingesegnet und hatte schon im Festhochamt und bei dem festlichen Orgelkonzert mit Domorganist Josef Still eindrucksvoll bewiesen, dass ein meisterhaftes Werk der Orgelbaukunst verwirklicht wurde, eine Konzertorgel, auf die sowohl der Orgelbaumeister Friedbert Weimbs und gleichermaßen die Pfarrgemeinde stolz sein können. Das große Abschlusskonzert an dieser Orgel, bei dem die beiden Organisten wahrlich „alle Register zogen", bildete den musikalischen Höhepunkt der eindrucksvollen Orgel-Wanderfahrt 2005.„Dem Organisten-Duo Theresia und Josef Thiesen sei an dieser Stelle ein ganz herzliches „Danke!" gesagt.

Im Schatten des Kirchturms konnten dann alle Orgelfreunde bei einem Glas Moselwein den Tageseindrücken nachhängen, konnten den Tag ausklingen lassen und sich die wohlbekannte Frage aus dem Märchen -„Wer ist die Schönste hier im Land"- selbst beantworten.


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Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig

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Datum der letzten Überarbeitung: 03.07.2005