Orgel-Förderverein St. Marien-Rachtig e.V.

54492 Zeltingen-Rachtig
 

- Pressestimmen -


Es stand in: 



Ausgabe 44 / 2003

 

Ohne von Altgewohntem Abschied zu nehmen,
gibt es keinen Neubeginn:

Der Abbau der Rachtiger Kirchenorgel beginnt am 11. November

Um ein neues großes Werk zu schaffen, muss sich das Alte verändern.

Mit der Gründung eines Fördervereins für die Erneuerung der Rachtiger Orgel, der im Jahre 1995 auf Anregung des damaligen Verwaltungsrates der Pfarrei St. Marien aus der Taufe gehoben wurde, rückt jetzt - nach über acht Jahren reger Aktivitäten - der Zeitpunkt näher, dass aus einer Vision Wirklichkeit wird. Ein Grund zur Freude für die ganze Pfarrei, die Seelsorgeeinheit und alle, die sich für das Gelingen des Werkes eingesetzt haben. Der Weg war weit und beschwerlich. Doch nun sind die Voraussetzungen für den Bau einer „neuen Orgel im historischen Gewand" geschaffen: die Ausschreibung und die Vergabe an einen erfahrenen Orgelbauer - geeignet für den Bau historischer Instrumente in Anpassung unserer Zeit -, ist erfolgt, die Prozedur des Genehmigungsverfahrens beim Bischöflichen Generalvikariat wurde abgeschlossen und schließlich konnte die Finanzierung der neuen Orgel gesichert werden. Dies alles ist fast unbemerkt von der Öffentlichkeit - wenn man von den vielen Aktionen des Orgel-Fördervereins absieht - vor sich gegangen.

Der Orgel-Abbau

Mit dem für Dienstag, 11. November geplante gemeinsame Abbau des alten Orgelgehäuses, der Pfeifen und der Innereien, durch die Orgelbaufirma Weimbs, Hellenthal/Eifel und den polnischen Orgelbauer Jan Drozdowicz aus Poznan wird sich das ändern. Der Abbau erfolgt von Dienstag bis Freitag in der 46. Jahreswoche. Die wieder verwendbaren Teile der alten Orgel gehen in die Werkstatt der Firma Weimbs und kommen restauriert wieder, die anderen Pfeifen und die noch brauchbaren Anlagen übernimmt der polnische Orgelbauer, wo sie in einer polnischen Kirchengemeinde wieder zu neuem Leben „auferweckt" werden. Der Vorstand des Orgel-Fördervereins war sich einig darüber, dass der Abbau der Altorgel nicht „klammheimlich" erfolgen dürfe, denn die Kirchenbesucher sollten nicht eines guten Tages in eine große Öffnung auf der Empore blicken müssen, ohne vorher und rechtzeitig auf die ersten einschneidenden Veränderungen, die mit dem Projekt Orgel verbunden sind, ausdrücklich aufmerksam gemacht worden zu sein.

Der letzte Orgelton

Pfarrer Stephan Feldhausen, der Verwaltungsrat und der Orgel-Förderverein laden deshalb für
Sonntag, 9. November 2003 - 19.00 Uhr

zu einer kirchenmusikalischen Abschiedsfeier der alten Orgel in die Pfarrkirche ein. Mit „Posaunen, Hörnern und Trompeten" und mit den letzten Klängen des Instruments verabschieden wir unsere liebgewonnene altgediente Kirchenorgel aus den Jahren 1739 und 1910, um nach einer Bauphase von einem Jahr eine „Königin" in ganz neuem Glanz und vollen Klängen auf einer angepassten Empore erleben zu können. In den 93 Jahren der musikalischen Begleitung des Kirchengesangs und in vielen Konzerten hat sie zwei Weltkriege überstanden und wurde immer wieder gangbar gemacht. Viele Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit an der vor 100 Jahren „modern" gewordenen pneumatischen Einrichtung. Statt einer aufwendigen Renovierung mit wenig Effekt haben sich deshalb Orgel-Förderverein und Verwaltungsrat für eine neue Orgel in der viele Jahrhunderte bestens bewährten mechanischen Bauweise entschieden.

Klangkonzept

Das Instrument ist als zweimanualige klassische Orgel konzipiert und orientiert sich an den Instrumenten aus der Zeit des Orgelbauers König, geeignet für liturgisches Orgelspiel und klassischer Orgelliteratur mit der Möglichkeit des Improvisierens. Das Klangkonzept entspricht dem restaurierten Barockgehäuse mit dem wertvollen Prospekt und den noch vorhandenen historischen Pfeifen. Die Charakteristika des Instruments sind ein voluminöser, opulenter Klang, steigerungsfähig vom zarten Säuseln bis zum rauschenden Tutti, ausdrucksstarke Solostimmen und eine singende Intonation. Mit dem letzten Orgelton am Sonntag in der Marienkirche wird somit der Beginn des Neuen eingeleitet. Die große Orgel verstummt und geht auf Reisen, sie kommt jedoch symbolisch in neuer Schönheit wieder. Ersatzweise begleitet uns im kirchlichen Gottesdienst ein Jahr lang eine „kleine" Orgel", ein Hochpositiv mit fünf Registern, das in der Nähe des Altares aufgebaut wird.


Zurück zum Seitenanfang
Zurück zu Pressestimmen
Zurück zur Homepage

Diese Seite hat erstellt: Hans-Heiko Stein, Deutschherrenstr. 49, 54492 Zeltingen-Rachtig

eMail an: HHStein@web.de
Datum der letzten Überarbeitung: 30.10.2003